GGL verhängt Warnung gegen Prognosemärkte für politische und wirtschaftliche Ereignisse
Geschrieben von Elena Krause · 19.8.2026

GGL verhängt Warnung gegen Prognosemärkte für politische und wirtschaftliche Ereignisse

Die jüngste Stellungnahme der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder
Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder hat eine offizielle Warnung veröffentlicht, wonach die meisten Verträge auf Prognosemärkten für politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Ereignisse unter deutschem Recht als illegal gelten und keine Lizenz erhalten können, während die Teilnahme aus Deutschland untersagt bleibt und gegebenenfalls eine Straftat darstellt. Diese Klarstellung richtet sich gezielt an Plattformen, die sogenannte Event Contracts anbieten, und betont den engen Rahmen des nationalen Glücksspielrechts, das ausschließlich für definierte Sportveranstaltungen mit überprüfbaren Ergebnissen eine Lizenzierung vorsieht.
Rechtlicher Hintergrund und Lizenzierungsvoraussetzungen
Das deutsche Glücksspielrecht sieht vor, dass nur Sportwetten auf klar abgegrenzte Ereignisse mit messbaren Ausgängen eine Genehmigung erhalten, während Verträge auf nicht-sportliche Themen wie Wahlergebnisse, Konjunkturdaten oder gesellschaftliche Entwicklungen außerhalb dieses Rahmens liegen. Die GGL hat in ihrer Mitteilung ausdrücklich festgehalten, dass solche Märkte weder unter die bestehenden Regelungen fallen noch nachträglich lizenziert werden können, da sie nicht den Vorgaben für verifizierbare Sportresultate entsprechen. Beobachter der Branche verweisen darauf, dass diese Position bereits seit Längerem in der Auslegung des Glücksspielstaatsvertrags verankert ist, doch die aktuelle Warnung schafft zusätzliche Rechtsklarheit für Anbieter und Nutzer gleichermaßen.
Plattformen, die solche Verträge anbieten, müssen deutsche Nutzer ausschließen, da jede Beteiligung aus dem Inland gegen geltendes Recht verstößt und strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen kann. Die Behörde hebt hervor, dass es sich hierbei nicht um eine vorübergehende Maßnahme handelt, sondern um eine dauerhafte Auslegung der Lizenzierungsvoraussetzungen, die keine Ausnahmen für nicht-sportliche Ereignisse zulässt.
Auswirkungen auf Anbieter und Nutzer im Jahr 2026
Im August 2026 sehen sich Betreiber von Prognosemärkten mit der Notwendigkeit konfrontiert, ihre Zugangsbeschränkungen für deutsche IP-Adressen und Nutzerkonten zu verschärfen, um rechtliche Risiken zu vermeiden. Die GGL hat klargestellt, dass eine Lizenzierung solcher Produkte nicht infrage kommt, weshalb Anbieter entweder auf die Vermarktung in Deutschland verzichten oder ihre Angebote vollständig einstellen müssen. Nutzer wiederum erhalten die klare Information, dass jede Teilnahme an diesen Märkten verboten bleibt und nicht durch alternative Plattformen umgangen werden kann, ohne gegen bestehende Vorschriften zu verstoßen.

Branchenberichte, darunter auch ein Bericht von Gaming Intelligence, dokumentieren, dass die Warnung auf eine wachsende Zahl von Plattformen abzielt, die politische oder wirtschaftliche Vorhersagen als Handelsobjekte anbieten. Die Behörde betont, dass diese Angebote nicht mit dem Schutzziel des Gesetzes vereinbar sind, das Spielsuchtprävention und Verbraucherschutz in den Vordergrund stellt. Anbieter, die dennoch deutsche Nutzer bedienen, setzen sich dem Risiko von Sanktionen aus, während Teilnehmer mit möglichen strafrechtlichen Ermittlungen rechnen müssen.
Praktische Umsetzung und Kontrollmechanismen
Die GGL arbeitet mit Internetprovidern und Zahlungsdienstleistern zusammen, um die Einhaltung der Vorgaben zu überwachen, wobei DNS-Sperren und Zahlungsblockaden als ergänzende Instrumente zur Verfügung stehen. Nutzer, die dennoch versuchen, auf solche Märkte zuzugreifen, laufen Gefahr, dass ihre Konten gesperrt und eingezahlte Beträge nicht zurückerstattet werden. Die Behörde hat zudem angekündigt, dass sie bei wiederholten Verstößen gegen die Warnung weitere rechtliche Schritte prüfen wird, um den illegalen Zugang dauerhaft zu unterbinden.
Experten der Regulierungsbehörde weisen darauf hin, dass die Unterscheidung zwischen sportlichen und nicht-sportlichen Ereignissen entscheidend bleibt, da nur erstere unter die Lizenzierungsvoraussetzungen fallen. Prognosemärkte zu gesellschaftlichen Themen erfüllen diese Kriterien nicht, da ihre Ausgänge oft von subjektiven oder schwer überprüfbaren Faktoren abhängen. Die aktuelle Stellungnahme dient daher der Prävention von Missverständnissen und schafft eine verbindliche Grundlage für alle Marktteilnehmer.
Zusammenfassung der regulatorischen Position
Die Warnung der GGL fasst die bestehende Rechtslage präzise zusammen und macht deutlich, dass nicht-sportliche Prognosemärkte in Deutschland weder betrieben noch genutzt werden dürfen. Anbieter und Nutzer erhalten damit eine eindeutige Orientierung, wie sie sich künftig zu verhalten haben, um rechtliche Konsequenzen zu vermeiden. Die Behörde setzt damit ihre Linie fort, den legalen Glücksspielmarkt auf klar definierte Sportwetten zu beschränken und illegale Angebote konsequent zu unterbinden.